Hilfe: wie funktioniert die Post in London?


Es ist so leicht in Deutschland einen Brief per Post zu verschicken. Aber wie macht man sowas in London? Eine Behörde in Deutschland wollte einen Brief von mir. Also habe ich einen schönen Brief geschrieben und das ganze als E-Mail Anhang an die Behörde geschickt. Ein paar Tage später kam eine Antwort per Post an meine alte Berliner Adresse ich möge den Brief bitte nochmal per Post schicken, da der Anhang nicht zu öffnen sei.

Aber die Frage ist: wie geht das hier? Ich habe noch nie eine Post hier gesehen. Vielleicht liegt das einfach daran, dass ich immer nach einem schwarzen Posthorn auf gelbem Hintergrund gucke, oder grundsätzlich nur nach der Farbe Gelb gucke wenn ich an Post denke. Da ich mich ja auch nicht blamieren wollte, habe ich auch niemand gefragt. Also bin ich losgezogen. Erst mal einen Umschlag finden. Das war noch einfach. Ich habe einen Schreibwarenladen gefunden und die Umschläge besorgt. Als ich den Kassierer fragte, ob er denn Briefmarken habe, wurde meine Frage verneint. Mist, damit war meine Hoffnung das ganze unkompliziert über die Bühne zu bringen dahin. Aber da ich ja nicht auf den Kopp gefallen bin, habe ich ganz unauffällig den Kassierer gefragt, wo ich denn welche bekommen könnte. Er meinte um die Ecke gebe es ein Tesco Kiosk und ich solle es mal dort probieren.

Also bin ich zum Tesco Kiosk und habe nach Briefmarken gefragt. Die Dame meinte sie hätte welche. Als ich meinte, dass ich was nach Deutschland schicken müsse, meinte sie, sie könne mir nicht helfen. Als ich fragte, wo ich denn Briefmarken bekommen könnte, meinte sie ich möge in ein anderes Shopping Centre gehen. Enttäuscht wollte ich schon die Aktion auf den nächsten Tag verschieben und mich erst mal per google schlau machen wie ich in England einen Brief verschicken kann (wie peinlich)!

Gerade als ich los wollte, ist jedoch das Wunder passiert und ich bin mir sicher, dass diese Wunder nur in dieser Stadt passieren können. Eine Frau, die meine Konversation mit der Kioskverkäuferin mitbekommen hat, meinte, sie habe Briefmarken und ich könne gerne welche haben. Ich war überrascht aber habe mir erst mal nichts weiter gedacht, denn ich wollte ihr die Briefmarken ja abkaufen. Aber als ich der Dame Geld anbot, sind wir sofort in einen kleinen Streit geraten. Sie hat darauf bestanden kein Geld zu nehmen und ich habe darauf bestanden die Briefmarken zu bezahlen. Nach ein paar Sätzen habe ich klein beigegeben und die Situation einfach akzeptiert. Ich war verzweifelt und brauchte die Marken.

Auch wenn der effektive Wert der Briefmarken nicht besonders hoch war, für mich hatte die spontane Hilfe der unbekannten Frau einen ganz besonderen Wert. Die Erkenntnis, dass wir Menschen “sozial” sind und es uns gut tut, wenn wir einander helfen können. Ich werde mich an ihre Großzügigkeit erinnern und eines Tages spontan ebenfalls einem Unbekannten/einer Unbekannten aus der patsche helfen. I ❤ London 4 ever!

2 Responses

  1. by Gregor 2 May 2010 at 6:51 PM

    Das finde ich gut. Was die Farbe der Post angeht, probiers mal mit rot.

  2. by Justin Ehresman 3 May 2010 at 3:17 PM

    Random Acts of Kindness! Love it! Yes, what comes around, goes around. ;-)

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